Geographie

Die Stadt Bad Tennstedt liegt in einem Seitental der Unstrut. Schon die alten Chronisten hoben die Lage des Ortes im Thüringer Land hervor. So schreibt M. Johann Gottfried Gregorii in (Historische Nachricht von Tännstadt nebst……)

 

„Sie( die Stadt Bad Tennstedt) liegt fast mitten in der berühmten Land Graffschaft Thüringen…“

 

im Grunde zwischen zweyen Bergen/davon einer gegen Mittag nach herbstleben zu/ der andere gegen Mitternacht nacher Haus=Sömmern zu gelegen ist/ an den Flüssen Seltenlein (oder wie andere sagen Seltenrein) und dem Schambach/…“


Diese Berge oder besser Hügel bilden die östlichen Ausläufer der Heilinger Höhen an deren Rand Bad Tennstedt liegt. Diese Ausläufer werden durch das Tennstedter Tal und den Schlotheimer Grabenbruch westlich der Stadt aufgegliedert. Diese beiden Täler vereinen sich im Bereich der Stadt und öffnen sich nach Osten in eine Ebene, die das Thüringer Becken bildet. Dieses Becken wird auch als Thüringer Ackerebene bezeichnet.

Im Westen der Gemarkung zwischen beiden Tälern befindet sich eine Erhebung von 218,15 m ü. NN, die als Großurlebener Berg bezeichnet wird.

Die nördliche Gemarkungsgrenze bildet ein Ausläufer der Heilinger Höhen dessen höchste Erhebungen bei Bruchstedt 273 m ü. NN und in Richtung Ballhausen/Schwerstedt 264 m ü. NN betragen.

Im Süden folgt parallel ebenfalls ein Ausläufer der Heilinger Höhen der Stadtgrenze. Hier bildet der Bornberg mit 212 m ü. NN die höchste Erhebung. Von diesem Höhenzug eröffnet sich ein weiter Blick in das Thüringer Land. Vom Großen Inselsberg im Südwesten, die Fahnerschen Höhen über den Hügel der ehemaligen Tretenburg Richtung Erfurt , Thüringens Kapitale bis schließlich nach Südosten zum Ettersberg.

Den prägnantesten Grenzpunkt im Süden zur Herbslebener Gemarkung bildet der Amtmannsberg. Hier soll sich im Mittelalter ein Amtshaus (Zollstation) befunden haben, das den Handelsverkehr von Erfurt über Herbsleben nach Tennstedt und weiter nach Magdeburg kontrolliert haben soll. Spuren dieses Bauwerkes sind nicht mehr vorhanden

Nordöstlich des Ortes liegt der Österberg, dessen höchste Erhebung der Weinberg mit 203 m ü. NN ist.

Der westliche Bereich des Österberges wird durch ein Hügelgrab beherrscht auf dessen Kuppe der so genannte „Steintisch“ zum verweilen einlädt und ebenfalls eine gute Fernsicht ermöglicht.

Der Name Österberg ist ein Relikt aus heidnischer Zeit, als die Bewohner des Tales zur Zeit des Frühlings- Vollmondes der Göttin Ostara Opfer darbrachten und Freudenfeuer abbrannten, die weit in das Thüringer Land leuchteten.

 

Ostara: steht für Sonnenaufgang oder Tageslicht, „ihr Fest war ein hohes Freudenfest“,

Ostertag, gleich Göttin Aurora.

Jacob Grimm „Deutsche Mythologie“ Band III